Die Sassi-Stadt von Matera: ein faszinierender Höhlenschatz, von der UNESCO ausgezeichnet
Die Sassi-Stadt Matera: ein troglodytisches UNESCO-Juwel
Im Herzen der Basilikata bilden die Sassi von Matera eine der faszinierendsten urbanen Landschaften Italiens. Diese in Kalkstein gehauenen Höhlenviertel bilden ein einzigartiges Labyrinth aus engen Gassen, Grotten und Felskirchen. Als Zeugnis einer jahrtausendealten Geschichte wurden die Sassi von Matera 1993 aufgrund ihres außergewöhnlichen universellen Wertes in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.
Eine jahrtausendealte Geschichte im Herzen der Basilikata
Die Sassi von Matera – wörtlich „Steine“ – sind seit der Urgeschichte bewohnt. Die ersten Gemeinschaften höhlten Unterkünfte in den Tuffstein aus und nutzten die Gravina di Matera, eine natürliche Schlucht.
Im Laufe der Jahrhunderte wurden diese Höhlen zu Wohnhäusern, Klöstern, Kirchen und Werkstätten umgewandelt. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts waren die Sassi dicht besiedelt, doch die Lebensbedingungen blieben schwierig.
In den 1950er-Jahren zwang ein umfangreicher Umsiedlungsplan die Bewohner dazu, die Höhlen zu verlassen. Erst ab den 1980er-Jahren erlebte Matera eine spektakuläre Wiedergeburt: Heute sind die Sassi ein Symbol für Restaurierung und kulturellen Stolz, mit ihren Höhlenhotels, Museen und typischen Restaurants.
Eine in Europa einzigartige Höhlenarchitektur
Die Sassi sind in zwei Viertel unterteilt:
Sasso Caveoso, der älteste Teil, mit seinen fast unversehrten Höhlenwohnungen.
Sasso Caveoso, der älteste Teil, mit seinen fast unversehrten Höhlenwohnungen.
Diese Anlagen, direkt in den Felsen gehauen, bieten ein unvergleichliches architektonisches Panorama. Zwischen den steilen Gassen entdeckt man zahlreiche Felsenkirchen, die mit mittelalterlichen Fresken geschmückt sind, darunter Santa Maria de Idris und San Pietro Barisano – wahre Schätze der sakralen Kunst in der Basilikata.
Matera, Europäische Kulturhauptstadt 2019
Die Anerkennung der Sassi-Stadt Matera durch die UNESCO markierte einen entscheidenden Wendepunkt für die Stadt. Im Jahr 2019 wurde Matera zur Europäischen Kulturhauptstadt ernannt und bestätigte damit ihren Status als unverzichtbares Reiseziel für Kunst- und Geschichtsliebhaber.
Die Sassi haben auch zahlreiche Filmemacher inspiriert: Pier Paolo Pasolini, Mel Gibson und sogar 007 – No Time To Die haben die Stadt in ihren Filmen verewigt und damit Besucher aus aller Welt angezogen.
Praktische Informationen für einen Besuch in Matera
Lage: Matera, Region Basilikata, Süditalien.
Öffnungszeiten: freier Zugang zu den Sassi rund um die Uhr; Museen und Felsenkirchen sind mit Eintrittskarte geöffnet.
Anreise: 60 km von Bari (Apulien), erreichbar mit Auto, Bus oder Regionalzug.
Nicht zu verpassen
Das Nationale Museum für mittelalterliche und moderne Kunst der Basilikata.
Die rekonstruierte Höhlenhäuser, Zeugnisse der früheren Lebensweise.
Der Aussichtspunkt Murgia Timone, mit Panoramablick auf die Höhlenstadt.
Zwischen lucanischer Kultur und Gastronomie
Die Sassi von Matera zu entdecken bedeutet auch, die Küche der Basilikata zu probieren – einfach und schmackhaft.
Das berühmte Pane di Matera IGP mit seinem rustikalen Duft begleitet traditionelle Gerichte wie:
Peperoni cruschi, getrocknete und frittierte Paprika;
Lucanica, eine würzige Wurst aus der Zeit des antiken Roms;
oder die handgemachte Pasta Cavatelli, serviert mit Tomatensauce und einem Schuss lokalem Olivenöl.
Ein typisches Essen endet idealerweise mit einem Glas Aglianico del Vulture DOC, einem intensiven Rotwein aus den vulkanischen Böden des Monte Vulture.
Warum die Sassi-Stadt Matera besuchen?
Um eine weltweit einzigartige Höhlenstätte zu entdecken, die zum UNESCO-Welterbe gehört.
Um die Felsenkirchen und ihre mittelalterlichen Fresken zu bewundern.
Um ein intensives Erlebnis zwischen Geschichte, Spiritualität und Kunst zu erleben.
Um die traditionelle lucanische Küche zu genießen, ein Ausdruck des Terroirs der Basilikata.


